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Über die höchsten Berge der Rhön - 20.-23.05.2004

1 Neustädter Haus
2 Gasthaus „Zur Rhön“ in Birx
3
Fuldaer Haus
1. Tag: von Gersfeld zum Neustädter Haus (20 km)
2. Tag: vom Neustädter Haus nach Birx (25 km)
3. Tag: von Birx zum Fuldaer Haus (31 km)
4. Tag: vom Fuldaer Haus über die Wasserkuppe nach Gersfeld (17 km)
Die Wanderstrecke führt auf einer großen Rundtour über die höchsten Berge der
bayerischen (Kreuzberg), thüringischen (Ellenbogen) und hessischen (Wasserkuppe)
Rhön. Anfangs- und Endpunkt der Wanderung ist das Städtchen
Gersfeld,
das mit der Rhönbahn vom Intercity-Bahnhof Fulda aus gut zu erreichen ist.
1. Tag: von Gersfeld zum Neustädter
Haus (20 km)
In Fulda ist morgens um neun Uhr Treffpunkt. Sehr zentral in Deutschland gelegen, haben wir sowohl von Hannover aus (Uwe, Torsten und Peter) als auch von Stuttgart (Kai) die etwa gleiche Anfahrt. Das Hallo und die Freude ist groß, den ‚Schwaben’ Kai nach einem Jahr endlich wieder zusehen. Wir fahren gemeinsam mit der Rhönbahn in guten 40 Minuten nach Gersfeld. Die Rhönbahn verkehrt stündlich und ist die ideale Anbindung der Rhön an das Hochgeschwindigkeitsnetz der DB. Weitergehende Fahrplanauskünfte gibt es unter www.bahn.de

Gegen zehn Uhr starten wir vom Bahnhof Gersfeld in unser diesjähriges Abenteuer.
Die Rhönbahn am Bahnhof von Gersfeld

Der Weg führt über den Gersfelder Marktplatz zum Ortsteil Rodenbach.
Dabei überqueren wir den Rodenbacher Küppel und haben zum ersten Mal einen
prächtigen Rundblick auf die sanften Rhöner Anhöhen mit ihren typischen Matten.
Blick vom Rodenbacher Küppel
In Rodenbach biegen wir links ab und wandern auf einer Asphaltstraße bis
Dammelhof und den dann an der Straße liegendem Parkplatz. Hier geht es rechts
ab, am Fuß des Simmelsbergs entlang und auf einem sehr steilem Anstieg den
Simmelsberg hinauf. Eine tolle Aussicht belohnt uns für den schweißtreibenden
Aufstieg und außerdem ist es Zeit für ein Früh-stück und den ersten
Kräuterlikör. Nach dem Abstieg vom Simmelsberg kommen wir an ein Wege-T und
entscheiden uns für einen kurzen Abstecher auf die Hohe Hölle. Hier kann man
schön auf die Schwedenwälle blicken. Wir steigen zum T wieder hinab und weiter
bergab nach Oberweißenbrunn.

Abstieg von der Hohen Hölle zum Wege-T
Hier kann man sich noch einmal in einem gemütlichen Gasthaus mit einem Hefeweizen stärken, bevor es zum Kreuzberg hinaufgeht. Der Weg zum Kreuzberg mit dem gleichnamigen Kloster (Wallfahrtskirche und Klosterschänke, www.kreuzbergbier.de) ist hervorragend ausgeschildert, ein Verlaufen ist unmöglich. Der Wanderweg verläuft in weiten Teilen parallel in Sichtweite zur Zufahrtstraße zum Kloster. Je näher wir dem Kloster kommen, desto voller wird der Weg und auch die Straße. Bei strahlendem Sonnenschein ist der Biergarten der Klosterschänke rappelvoll. Aber das Bier in großen Krügen schmeckt hervorragend.


Uwe braucht gleich drei Bier Zum Bier noch eine zünftige Brotzeit
In dem Kloster kann man übrigens auch übernachten. Eine sehr frühzeitige Reservierung ist aber dringend zu empfehlen, da die Zimmer schnell ausgebucht sind. Nach einer ausgiebigen Einkehr geht es wieder vom höchsten Berg der bayerischen Rhön hinab zum Ziel der ersten Etappe.

Das Neustäder Haus (www.neustaedterhaus.de,
Vierbettzimmer, 14,-/Person incl. Frühstück, Hüttenschlafsack erforderlich) soll
uns für die erste Nacht beherbergen. Die Unterkunft ist in Ordnung, der Abend in
der Gaststätte war angenehm und das Essen gut (Wildschwein ist zu empfehlen).
Blick vom Kreuzberg

Leider war beim Frühstück die Wirtin samt Tochter mit dem vollen Saal etwas
überfordert und die Stimmung dementsprechend gereizt.
Unser 4-Bett-Zimmer im Neustädter Haus
2. Tag: vom Neustädter Haus nach
Birx (25 km)

Frisch gestärkt wandern wir weiter bergab, bis wir das kleine Städtchen
Bischofsheim erreicht haben. Wir durchqueren den malerischen Ort und halten uns
am Ortsende links. Nun geht es wieder bergauf. Zuerst durch ein nicht sehr
ansehnliches Industriegebiet, erreichen wir jedoch im weiteren Verlauf das
wildromantische Tal des Schwarzbaches. Ein hoher, dunkler Wald empfängt uns und
wir wandern am Bach mit seinen Wasserfällen entlang.
Im Schwarzbachtal

Wasserfälle gibt es auch

Am Holzberg erreichen wir gegen Mittag das Restaurant "Jagdschloss Holzberghof"
(www.holzberghof.de).
Zu einem frisch gezapften Bier packen wir unsere Brotzeit aus und lassen es uns
auf der Terrasse gut gehen.
Das Aufstehen und Weiterwandern fällt schwer, aber wir schaffen es und machen
uns auf zum Heidelstein. Leider schlägt das Wetter um und die Regenjacken und –hosen
werden aus dem Rucksack geholt. Wir verlassen nun den Wald und wandern über die
berühmten Matten der Rhön. Aber leider kommt nun, nachdem der Regen vorbei ist,
eine recht diesige Witterung auf und die Sicht wird immer schlechter.

Bald stehen wir auf dem Heidelstein direkt vor dem 218 Meter hohen Fernsehturm
und können ihn nicht sehen. Sichtweite unter 20 Meter!! Wir steigen auf dem
E3/E6 wieder hinab, halten uns links und überqueren die L3395. Einige
Schutzhütten laden zu einer Rast ein, aber selbst der Kräuterlikör wärmt uns
nicht mehr so richtig auf. Also, weiterwandern, das hält warm!
Die Sicht wird immer schlechter

Nach der Rast geht es frohgemut weiter

Immer auf dem E3/E6 laufen wir an der hessisch-bayerisch Grenze entlang, sind
mal in dem einen, mal in dem anderen Land. Der Stirnberg wird überquert und es
geht wieder bergab. Der E3/E6 verläuft bald direkt neben einer Landesstraße
(Entschuldigung: in Bayern heißen die Landesstraßen Staatsstraßen). Nach kurzer
Zeit verlassen wir jedoch diesen Weg und zweigen links ab zum ausgeschilderten
Dreiländerpunkt. Hier grenzen Bayern, Hessen und Thüringen aneinander. Eine
kleine Holztafel weist auf den Punkt hin, sonst ist es doch recht unspektakulär.
Viel bewegender ist die Vorstellung, dass hier noch bis 1989 ein Todesstreifen
existierte. Aber die Natur hat alles zuwachsen lassen und nichts weist mehr auf
die Unmenschlichkeit hin. Und das ist gut so!
Der eckige Stein ist der Dreiländerpunkt

Weiter geht es zum kleinen thüringischen Örtchen Birx, leider fast nur noch auf
befahrenen Asphaltstraßen. Aber in Birx wartet schon das gemütliche Gasthaus
‚Zur Rhön’ (98634 Birx, Seifertser Str. 19, Tel. 036946/32110) mit gutem Bier,
zünftigem Essen und sehr komfortablen Doppelzimmern. Die Wirtin ist nett und der
Abend gemütlich. Für die Übernachtung bezahlen wir 22,- pro Person incl.
ordentlichem Frühstück.
Das Frühstück ist wirklich gut
3. Tag: von Birx zum Fuldaer Haus
(31 km)
Von Birx aus wandern wir auf dem gekennzeichnetem (roter Tropfen, in Richtung Spitze gehend) Wanderweg über Frankenheim zum Ellenbogen, mit 813 m die höchste Erhebung der thüringischen Rhön. Nach dem Abstieg zurück zu dem Parkplatz wenden wir uns nach rechts auf den HWO 3 (Hauptwanderweg West-Ost Nr. 3) und folgen ihm bis zur Straße Hilders – Frankenheim. Ein kurzes Stück rechts und dann gleich wieder links geht es steil bergab nach Batten ins Tal. Durch den Ort und weiter über Findlos geht es nun wieder stramm bergauf. Wir wandern über den Findlosen Berg, den Tannenfels und schließlich erreichen wir den Bubenbader Stein. Hier gabelt sich der Weg. Wir halten uns rechts und alsbald verlassen wir den Wald und befinden uns auf einer Wiesenlandschaft mit einem prächtigen Blick auf die Milseburg.

Die Milseburg liegt vor uns
Imposant und steil ragt dieser einzelne Berg vor uns auf. Ihn wollen wir
bezwingen! Für eine letzte Stärkung vor dem zu erwartendem Kraftakt stehen
rechts des Weges einige Schutzhütten mit Bänken, von denen aus sich die
Milseburg gemütlich betrachten lässt. Der Aufstieg ist dann doch nicht so
‚fürchterlich’. Zwar anstrengend, aber gut zu schaffen. Auf dem Gipfel erwartet
uns ein grandioser Ausblick in alle Richtungen.

Auf dem Gipfel der Milseburg...

...mit dem herrlichen Ausblick
Die etwas unterhalb des Gipfels gelegene Hütte ist bewirtschaftet und so kehren
wir auf das eine oder andere Bier ein. Nebenbei läuft an der Theke das Radio,
und da es gerade Samstag, so gegen 17:00 Uhr ist, erleben wir live den letzten
Spieltag der Fußball-Bundesliga-Saison 2003/2004 mit. Der Meister stand mit
Werder Bremen ja schon vorzeitig fest, aber der Kampf um die internationalen
Plätze entschied sich erst in den letzten Minuten.
Der anschließende Abstieg und weiter auf dem HWO 3 brachte uns zügig zum
Fuldaer Haus
(36163 Poppenhausen, Maulkuppe 1, Tel. 06658/242,). Eine sehenswerte Hütte mit
ihren Rundtürmen, einer hervorragenden Gastronomie und sehr netten Wirtsleuten.
Die Zimmer (Doppelzimmer im Nebenhaus, 20,-/Person incl. Frühstück) sind einfach
aber gemütlich. Sehr zu empfehlen!

Vor dem Fuldaer Haus, bereit für die letzte Etappe
4. Tag: vom Fuldaer Haus über die
Wasserkuppe nach Gersfeld (17 km)
Der Beginn der vierten und letzten Etappe führt uns vom Fuldaer Haus auf einer Asphaltstraße zum Grabenhöfchen. Von dort geht es auf dem Europäischen Fernwanderweg E3/E6 hinunter nach Abtsroda. Nachdem wir das Örtchen durchquert haben, beginnt der steile und mühsame Aufstieg auf die Wasserkuppe, dem höchsten Berg der hessischen Rhön. Auf der Wasserkuppe erwartet uns ein ausgedehntes Areal mit dem Fliegerdenkmal, der militärischen Radaranlage und dem Segelfliegerlager nebst Start- und Landeplatz.

Blick
von der Wasserkuppe

Das Fliegerdenkmal

Außerdem bläst ein scharfer, kalter Wind, der uns zwingt, die warmen Jacken aus
dem Rucksack zu holen. Der folgende Abstieg nach Gersfeld ist bequem, aber ohne
Höhepunkte, wenn man davon absieht, dass uns ein Schneeschauer (Ende Mai!)
überrascht.
Die letzte Rast vor Gersfeld
In Gersfeld erreichen wir schnell den Bahnhof, und da die nächste Rhönbahn noch
ein bisschen Zeit hat, wärmen wir uns in der Gaststätte noch ein bisschen auf.
Damit endet unsere viertägige Wanderung über die höchsten Berge der Rhön.
Gute Links, die weiterhelfen:
Rhönklub
Karte: KOMPASS-Karte 762
Literatur: Schneiders Rhönführer, Verlag Parzeller, ISBN 3 7900 02860